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Lärm, Feinstaub und toxische Belastungen sind zukünftig kein Problem mehr - dank Umstieg auf Elektroautos!

"Wir brauchen unbedingt eine Ortsumfahrung für die B15 - weil wir sonst demnächst vom Verkehr überrollt werden und am Dreck ersticken", lautet das oftmals von den Umgehungsbefürwortern vorgebrachte Argument. Diese These ist falsch und wird nicht deshalb richtiger, nur weil sie immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt wird.

Die B15 war schon immer, zumindest zu den Stoßzeiten, eine viel befahrene (Bundes-) Straße. Sie ist die Hauptschlagader des innerstädtischen Verkehrs und wird es auf absehbare Zeit auch bleiben - Ortsumgehung hin oder her. Ob der Verkehr auf der B15 nach dem Bau der geplanten A94 überhaupt zunehmen wird ist fraglich. Laut dem Gutachter der Autobahndirektion Prof. Dr. Ing. Harald Kurzak wird der Verkehr dann in Dorfen in der Summe gleich bleiben. Lediglich die Verkehrsströme durch Dorfen werden sich ändern (Richtung Erding weniger und von Moosen kommend mehr Verkehr). Im übrigen stagniere die Mobilitätsentwicklung seit acht Jahren bundesweit, vom Ballungsraum München mal abgesehen, so der A94-Gutachter Prof. Dr. Ing. Peter Kirchhoff (i.R) vom Lehrstuhl für Verkehrs- und Stadtplanung der TU München kürzlich vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München.

Vom Straßenverkehr verursachter Lärm, Feinstaub und toxische Belastungen sind in der Tat sehr gefährlich und gesundheitsgefährdend, für alle Verkehrsteilnehmer und Anwohner. Verlegt man den Verkehr vor die Stadt, wo es auch wieder viele betroffene Anwohner gibt, ist der Lärm und der Dreck ja nicht weg - sondern nur verlagert. Es ist wie mit dem Müll den man vor die Tür stellt. Die Wohnung ist zwar dann sauber, wenn man aber einen Schritt vor die Tür setzt - steht man wieder im Dreck!

Straßenverkehr ohne Lärm, Feinstaub und toxische Belastungen, dies kann schon bald Realität werden. Alle namhaften Autohersteller arbeiten weltweit an der elektromobilen Zukunft. Mit großem technischen Aufwand und enormen finanziellen Investitionen werden zur Zeit in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen rund um den Globus Elektroautos und Hybridautos entwickelt und an mehreren Standorten weltweit komplett neue Autofabriken aus dem Boden gestapft.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und BMW-Vorstandschef Dr. Norbert Reithofer haben kürzlich den Startschuss für den Bau der Leipziger Produktion des "Megacity Vehicle" (MCV) gegeben. Dieses erste Werk für die Fertigung von emissionsfreien Elektroautos in Deutschland soll bis 2013 fertiggestellt werden. 400 Mio EUR investiert der Münchener Autobauer in Gebäude und Anlagen, an denen einmal 800 Menschen arbeiten sollen. „Mit diesem Fahrzeug revolutionieren wir den Automobilbau", sagte Reithofer. Das Megacity Vehicle werde das erste Großserienfahrzeug mit einer Fahrgastzelle aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) sein.

Trotz der zahlreichen Probleme, die technisch bedingt sind oder durch die Versuche der Ingenieure mit Kleinserien und Prototypen bislang an den Tag kamen, wird sich die Entwicklung in Richtung Massen-Elektromobilität nicht mehr stoppen lassen können - wer wollte das auch? Skeptiker werden hier einwenden, dass das alles Zukunftsmusik sei und es Jahrzehnte dauern werde, bis Elektroautos massentauglich und vor allem für die große Masse finanziell erschwinglich sein werden.

Hier sei an die digitale Revolution bei den Fotoapparaten erinnert. Nach der Präsentation der ersten digitalen Kameras, die nur grobpixelige und farbstichige Fotos produzierten, waren sich die Experten damals einig, dass digitalen Kameras in absehbarer Zeit nur eine Spielerei für Amateure seien und gute Fotos auch zukünftig nur von Profis mit teuren analogen Spiegelreflexkameras auf Diafilmen produziert werden könnten. Jetzt, etwas zehn Jahre später, fotografieren die Profis nur mehr digital mit ihren Spiegelreflexkameras - und die Amateure mit ihren Kompaktkameras und Handys sowieso. So schnell kann's gehen...

Der Umstieg auf Elektroautos wird unsere Mobilität erheblich verändern. Für Kurze Strecken sind Elektroautos besonders gut geeignet. Urlaubsfahrt von der Ostsee (über die B15) zur Adria mit reinen Elektroautos dürften allerdings zukünftig die Ausnahme sein, da die Reichweite der Fahrzeuge durch die begrenzte Kapazität der Akkus noch einige Zeit eingeschränkt sein wird. Diese Urlauber werden auf Bahn oder Flugzeug umsteigen. Der Ferienverkehr durch Dorfen sollte dann etwas abnehmen.

Die Zukunft liegt also nicht, wie die Ewiggestrigen von der Beton- und Teerfraktion immer fordern, im Zuteeren von Landschaft für immer mehr lärmende Benzin- und Dieselstinker, sondern in der Entwickelung moderner ökologischer und nachhaltig betriebener Verkehrsmittel und -systeme, wie beispielsweise den Elektroautos in Kombination mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Bahn, Bus, S-Bahn, etc.). Der Mangel an fossilen Ressourcen wird uns zukünftig gar keine andere Wahl lassen. (fl)

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